VATERLEBEN.CH
Väter mitten im Leben

Strafen und Kosequenzen

Erziehung ohne Bestrafung

"Dein Kind ist total verzogen, es sollte für sein Verhalten bestraft werden."
Was Erziehung in der Familie angeht, so scheint jeder eine Meinung zu diesem Thema zu haben. Und die teilen einige Zeitgenossen auch sehr gerne mit, egal, ob sie selbst Kinder haben oder nicht. Du als Vater bist darüber zu Recht verärgert, fühlst Dich vielleicht in vielen Situationen im Alltag aber auch verunsichert. Wie funktioniert Erziehung heute nun eigentlich und wie effektiv sind Strafen?

Liebevolle Konsequenz, strenges Regiment oder aufwachsen ohne Regeln: Über Methoden in der Erziehung scheiden sich die Geister. Viel wurde bereits darüber geschrieben und jede Generation glaubt von sich, die Kindererziehung besser im Griff zu haben als die vorherige. Besonders heiss diskutiert ist die Frage, ob Kinder erzogen werden sollten, indem man unerwünschtes Verhalten bestraft.

Strafen können Kinder erniedrigen und verletzen

Im Zimmer einsperren, Nahrungsentzug oder gar körperliche Züchtigung: Bis vor ein paar Jahrzehnten waren derartige Sanktionen in den Augen vieler legitime Mittel, um Kinder zu erziehen. Ein Kind hatte zu gehorchen und sich möglichst erst gar nicht zu verhalten wie ein Kind.

Glücklicherweise sind diese Zeiten vorbei, es ist gesetzlich verboten ein Kind zu schlagen oder anderweitig zu misshandeln. Moderne Pädagogen wissen längst, dass eine zu strenge Erziehung Kindern seelische Schäden zufügen kann. Es geht nicht darum, Kindern den Willen ihrer Eltern aufzuzwingen. Vielmehr sollen sie im Alltag ihre Grenzen austesten dürfen, ihre Meinung sagen und sich zu eigenständigen Persönlichkeiten entwickeln. Doch wie kannst Du als Vater es anstellen, dass Dein Kind Dir nicht auf der Nase herumtanzt und Regeln innerhalb der Familie anerkennt und befolgt? Ist das ohne Strafen überhaupt möglich? Du warst schliesslich auch einmal ein Kind und hast Dich vielleicht auch hin und wieder schwer damit getan auf Deine Eltern zu hören.

Eine Konsequenz ist für Kinder nachvollziehbar als eine Strafe

Das Wort "Bestrafung" hat einen ziemlich negativen Klang. Das liegt nicht zuletzt daran, dass eine Strafe häufig dazu dient einen Menschen dazu zu bewegen, etwas zu tun oder zu unterlassen. Dazu muss in der Regel ein bestimmter Druck ausgeübt werden. Es ist verständlich, dass Du als Vater natürlich nicht als Tyrann auftreten möchtest - Du liebst Deine Familie und willst die kleinen Probleme im Alltag nicht lösen, indem Du Deine Machtposition als Erwachsener missbrauchst.

Das musst Du auch nicht. Wirkungsvoller und humaner als Strafen sind logische Konsequenzen. Die stehen in direktem Zusammenhang mit dem unerwünschten Verhalten. Wenn Dein Kind beispielweise entgegen Deinem Verbot auf eine heisse Herdplatte fasst, wird es sich verbrennen. Diese schmerzhafte Erfahrung wird es lehren, dieses Verhalten zukünftig zu unterlassen. Übertragen auf andere, hoffentlich weniger ernste Situationen im Alltag, eignet sich vor allem die Wiedergutmachung als Konsequenz. Beispiel: Dein Kind matscht mit dem Essen herum. Die logische Konsequenz ist, dass Du als Vater ihm den Teller wegnimmst, da es offensichtlich keinen Hunger mehr hat. Eine Wiedergutmachung besteht darin, Dein Kind den Tisch reinigen zu lassen, wenn es diesen durch seine Spielerei mit dem Essen beschmutzt haben sollte.

Tipp: Regeln und Konsequenzen klar kommunizieren

Kinder testen gerne, wie weit sie bei ihren Eltern gehen können. Aber sie brauchen klare Regeln, weil diese ihnen im Alltag Orientierung bieten. Daher solltest Du als Vater von Anfang an klar und deutlich sagen, was erlaubt ist und was nicht. Auch die Konsequenz bei einem Regelverstoss muss Dein Kind kennen.

Bildquelle: Stefan Lange  / pixelio.de

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