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Angst um die Vater-Kind-Beziehung

Vater Kind Beziehung

Bei der Frage, wie sie eine sichere und dauerhafte Bindung zu ihrem Kind aufbauen können, sind viele der frischgebackenen Väter oft verunsichert - vor allem, wenn das Kind mehrheitlich oder ausschliesslich von der Mutter versorgt und betreut wird. In dieser Situation sollten sich die Väter jedoch nicht entmutigen lassen, sondern mit noch mehr Energie daran arbeiten.

Es ist völlig normal und nachvollziehbar, dass sich die Mutter und das Kind in den ersten Lebenswochen des Säuglings intensiv miteinander beschäftigen. Pflege und Sorge eines Säuglings beanspruchen viel Zeit, in der sich Mutter und Kind kennenlernen und ihre Zuneigung austauschen können. Das Baby wird gefüttert, gepflegt, umsorgt, getröstet und unterhalten - dies meist 24 Stunden am Tag. Dabei macht es die wichtige Erfahrung, dass all seine Bedürfnisse zuverlässig durch die Mutter erfüllt werden. So weiss es nach kurzer Zeit, dass es sich jederzeit auf seine Mutter verlassen kann. Dadurch entsteht eine tiefe und innige Beziehung zwischen Mutter und Kind. Diese Beständigkeit und Sicherheit gibt dem Baby das sogenannte Urvertrauen.

Ein Baby ist mehrfach beziehungsfähig

Diese Situation bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass nicht auch andere Personen eine intensive Bindung zum Kind aufbauen können. Der Beziehungsfähigkeit eines Kindes sind zwar Grenzen gesetzt, doch kann ein Kind durchaus - auch wenn es zu Beginn seines Lebens vor allem oder ausschliesslich von der Mutter betreut wird - zu anderen Personen eine innige und herzliche Beziehung aufbauen, insbesondere zum Vater. Ein Säugling braucht zum Aufbau einer Beziehung aber eine lang andauernde und stabile Erfahrung mit dieser Person. Die wichtigste Voraussetzung ist somit für den Vater, dass er ausreichend Zeit mit dem Kind verbringt und die dabei entstehenden Erfahrungen für das Kind positiv und zuverlässig sind.

Dafür sollte sich der Vater so häufig wie möglich an der täglichen Pflege des Kindes beteiligen. Dabei ist in den ersten Wochen und Monaten vor allem die körperliche Nähe wichtig. Wenn der Vater den ganzen Tag ausser Haus ist, hat er am Abend sehr gute Möglichkeiten, sich um den Säugling zu kümmern und bindet sich mit dem Baden, Schlafsachen anziehen und ins Bett bringen aktiv in das Abendritual mit ein und unterstützt so eine verlässliche und wiederkehrende Nähe bzw. Bindung. Auch die Beteiligung an der nächtlichen Versorgung des Babys wirkt sich besonders gut zur Bildung einer festen Beziehung aus und vermittelt dem Kleinkind, dass der Vater bei Unbehagen und Ängstlichkeit verlässlich zur Seite steht.

Die Vater-Kind-Beziehung bei älteren Kindern

Ist das Kind etwas älter, kann die Vater-Kind-Beziehung tagsüber oder abends durch gemeinsame, intensive und interessante Beschäftigungen sehr gut gefördert werden. Durch gemeinsames Spielen oder Lernen kann der Vater seine eigenen Einflüsse geltend machen, welche sich zum Teil erheblich von der Mutter unterscheiden. Kinder schätzen dies sehr, denn es werden dabei unterschiedliche Bedürfnisse erfüllt und die Eltern fördern durch die verschiedenen Verhaltensweisen ausserdem unterschiedliche Aspekte der kindlichen Entwicklung. So kann das Kind nicht nur Beziehungen zu verschiedenen Bezugspersonen aufbauen, sondern ist auch in der Lage, sich auf das differenzierte Verhalten von Mutter und Vater einzustellen und dieses aufzunehmen.

Die Ängste der Väter sind damit völlig unbegründet, denn auch Sie können eine gute und sichere Beziehung zu ihren Kindern aufbauen, selbst wenn die Kinder ausschliesslich von ihren Müttern betreut werden. Eine wichtige Voraussetzung ist dabei, dass die Mütter diese Betreuung durch den Vater zulassen. Vor allem das Stillen eines Kindes ist eine wichtige Aufgabe in der Pflege des Babys, denn die dadurch entstandene besondere Verbindung zwischen Mutter und Kind verleiht der Mutter eine gewisse Machtposition: Sie entscheidet unabhängig davon, wie sehr sich der Vater in die Pflege und Erziehung seines Kindes einbringen möchte, darüber, wer und in welcher Art Zugang zum Kind bekommt. Wenn es aber einem Paar gelingt, dass das Kind zu beiden Elternteilen eine enge Beziehung eingehen kann, ist dies eine Bereicherung für das Kind und die Eltern und stellt zudem eine aktive Förderung der frühkindlichen Entwicklung dar.

Bildquelle: ebrahim / pixabay.com

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