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Wie sehe ich mich als Vater?

Gedanken Vaterschaft

Eine Diskussion über deine Rolle in der Familie gehört bei Männern zu den unangenehmsten Gesprächsthemen. “Wir müssen reden!“ ist meist der Einleitungssatz von einer Partnerin, der von den meisten Männern gefürchtet wird. In solchen Gesprächen gibt es meist nur einen Gesprächsführer – die Frau. Die Männer dürfen oft noch ihren Kommentar zu dem Mitgeteilten abgeben, doch am Ergebnis ist kaum mehr zu rütteln. Da müssen schon extrem gute Argumente vorliegen.

Ich soll meine Vaterrolle definieren? Wie soll ich dieser Aufforderung bitteschön gerecht werden? Wir Männer haben sehr oft keinen Plan, wie wir als Vater sein wollen, was von uns als Vater erwartet wird und vor allem: was einen Vater ausmacht. Durch das Kind bin ich zum biologischen Vater gemacht worden - das ist klar. Doch heisst das automatisch, dass ich einen brauchbaren Vater abgeben? Spielen ich richtig mit meinem Kind? Nehme ich mir für uns genügend Zeit? Bin ich ein guter Geschichtenerzähler oder eher schlecht darin? Ist mir das Wohlbefinden meines Kindes und der Familie so wichtig, wie es sein sollte? Zählt meine Meinung in der Familie? Bringe ich mich ausreichend in die Familie ein? Nur mit diesen wenigen Fragen über das Vatersein könnte man schon mehrere Stunden mit Nachdenken verbringen.

Unerfüllbare Erwartungen

Auch wenn man es bei einem Mann nicht unbedingt bemerkt oder ihm gar ansieht: Wir machen uns wirklich sehr viele Gedanken über die Vaterrolle, und oft sind die eigenen Erwartungen widersprüchlich und kaum erfüllbar. Die Erwartungen sind in den Gedanken sehr einfach festgelegt: Ein guter Vater soll sich aktiv, kompetent und emotional in der Kindererziehung engagieren, ohne seine Verantwortungen und Verpflichtungen in der Partnerschaft zu vernachlässigen. Er muss stark sein und gleichzeitig Schwächen zugeben können, soll verspielt und gleichzeitig erwachsen sein, ein feines Gespür für Romantik haben und gleichzeitig noch das Baby wickeln. Sein Aussehen soll sportlich sein, doch soll er nicht zu viel Zeit mit sportlichen Aktivitäten verbringen. Sein finanzielles Einkommen sollte gut sein, aber er sollte sich aus dem Geld nicht viel machen. Er soll ein ausgeprägtes soziales Verhalten zeigen und nach Möglichkeit bei der Familie sein, auch wenn er berufsbedingt abwesend sein muss. Diese extrem unterschiedlichen Erwartungen und Gegensätze sind in ihrer Gesamtheit nie zu erfüllen - was viele Männer an sich zweifeln lässt.

Was oder wer bin ich?

Sich selbst als Vater einzuordnen, ist nicht einfach. In welcher Vaterrolle sehe ich mich selbst? Was wäre denn mir am liebsten? Soll es die traditionelle Vaterrolle sein, welche schon Jahrzehnte praktiziert wurde, oder will ich mich an einem partnerschaftlichen Familienbild orientieren? Das Problem der meisten Männer bzw. Väter ist, dass die zugeschriebene Rolle auch von den anderen Familienmitgliedern genau so widersprüchlich gesehen wird. Deine Tochter möchte sich nicht konkret äussern, denn wichtig ist es für sie nur, jetzt an den Computer zu gehen. Deinem Sohn ist es auch mehr oder weniger egal, solange er der Mama nicht mehr im Haushalt helfen muss. Und deine Frau meint, man solle im Moment einfach alles so belassen. Aber was für ein Vater bin ich in den Augen meiner Kinder? Oder nehmen sie mich, wie ich bin und akzeptieren das Klischee des typischen Vaters - meistens nicht da, aber wenn er da ist, ist es schön und man geniesst die Zeit?

Selbst Gedanken zu machen ist der Anfang

Grundsätzlich kann man einmal davon ausgehen: Wenn sich ein Vater Gedanken über seine Rolle in der Familie macht und das Negative und Positive kritisch betrachtet, daran arbeitet und Verbesserungen sucht, wird eine gute Grundlage geschaffen. Durch diese Auseinandersetzung des IST und des SOLL kann jeder Vater für sich selbst den richtigen Weg finden. Sicherlich gibt es Grundtypen in der Familien- und Vaterrolle - was nicht bedeutet, das jeder Vater zwischen diesen Typen seinen eigenen, ganz persönlichen Platz in der Familie findet.

Bildquelle: sathyatripodi / pixabay.com

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